Der Binnenhafen gehört zu den prägendsten Orten Helgolands. Zwischen Ortskern, großen Hafenanlagen und den bekannten Hummerbuden gelegen, ist er zugleich Arbeitsort, Anlaufstelle für Forschungsschiffe und touristischer Treffpunkt. Nachdem der Hafen vom Bund an die Gemeinde Helgoland übertragen worden war, zeigte sich jedoch ein erheblicher Sanierungsbedarf. Die Wasserflächen waren teilweise noch nicht kampfmittelgeräumt, die Wassertiefen schränkten die Nutzung ein und das Südostufer war seit den 1990er Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ziel des Projekts war es, den Binnenhafen technisch zu ertüchtigen und seine Nutzung langfristig zu sichern. Auftraggeberin ist die Gemeinde Helgoland, vertreten durch die Hafenprojektgesellschaft Helgoland.

TePm übernahm das klassische Projektmanagement und das Fördermittelmanagement für mehrere miteinander verknüpfte Teilmaßnahmen. Dazu gehörten die Kampfmittelsondierung und Nassbaggerung zur Vertiefung der Wasserflächen, der Ersatzneubau des Südostufers sowie später die Ertüchtigung des touristisch stark genutzten Holzbohlenstegs am Südwestufer. Wir organisierten Vergabeverfahren, begleiteten Planung und Bauausführung und steuerten Termine, Kosten und Qualitäten über die gesamte Projektlaufzeit. Auch die Finanzierung der Maßnahme wurde durch ein umfangreiches Fördermittelmanagement abgesichert.

Besonders anspruchsvoll war die technische Vorbereitung der Bauarbeiten. Die Kombination aus Kampfmittelräumung, Sedimentbaggerung und instabilen Uferbereichen erforderte ungewöhnliche Lösungen. So wurde das bestehende Südostufer zunächst durch ein Injektionsverfahren stabilisiert, bevor davor neue Strukturen entstehen konnten. Eine zusätzliche Herausforderung lag im Umgang mit dem belasteten Sediment aus dem Hafenbecken. Hier galt es, geeignete Entsorgungswege zu entwickeln, Fachgutachter einzubinden und die Maßnahmen eng mit den zuständigen Genehmigungsbehörden abzustimmen.

Heute ist der Binnenhafen deutlich leistungsfähiger und vielseitiger nutzbar. Forschungsschiffe des Alfred-Wegener-Instituts, Seebäderschiffe und touristische Angebote profitieren gleichermaßen von zusätzlichen Liegeplätzen und verbesserten Bedingungen. Gleichzeitig wurde mit dem modernisierten Bohlensteg rund um die Hummerbuden ein besonderer Ort der Insel weiter gestärkt – als maritimer Treffpunkt für Einheimische und Gäste.

Der Ausbau des Binnenhafens Helgoland, insbesondere die Ertüchtigung des Südostufers, wurde im Rahmen des Landesprogramms Wirtschaft (2014–2020) mit Mitteln der Europäischen Union (EFRE), des Bundes und des Landes Schleswig‑Holstein gefördert.